Das goldene Zeitalter
der Stahlindustrie

 

In dem früheren Bergbaurevier Terres Rouges, das seinen Namen dem eisenhaltigen Erz verdankt, das zu dem Reichtum seines Bodens geführt hat, war „Lentille Terres-Rouges“ ab 1870 Sitz der Gießerei Brasseur (Brasseur Schmelz). Als sie später 1892 von dem deutschen Unternehmen Aachener HüttenAktien-Verein übernommen wurde, wurde die Fabrik in Rothe Erde umbenannt. Danach wurde dieser Standort von Arbed bewirtschaftet, das heute in ArcelorMittal integriert ist.

Während der Blütephase der Stahlindustrie war „Lentille Terres-Rouges“ voller Leben und bildete eine kleine Stadt inmitten der größeren Stadt. Es handelte sich eigentlich nicht um eine Stahlhütte, in Wirklichkeit produzierten seine Hochöfen flüssiges Roheisen, das in Eisen umgewandelt und danach in den Fabriken Esch-Belval und Esch-Schifflange gewalzt wurde. Die drei Standorte waren untereinander durch ein Eisenbahnnetz verbunden und bildeten einen gigantischen Stahlindustriekomplex. 

Neue Ambitionen
für den Standort

 

In den 1950er Jahren begann die Produktion zurückzugehen, bis sie 1977 ganz stillgelegt wurde. „Lentille Terres-Rouges“, der erste Stahlindustriestandort der Stadt Esch, wurde somit auch zu ihrer ersten Industriebrache. Seit seiner Schließung zog dieses Gelände mit seinem großen Potential mehrere Sanierungsprojekte an. Im September 2018 präsentierte IKO Real Estate sein Projekt der Umwandlung des Standorts in ein neues nachhaltiges, innovatives und vorbildliches Stadtviertel, ein ehrgeiziges Programm, das in Zusammenarbeit mit den städtischen Diensten durchgeführt wird.

Lernen Sie in diesem 5-minutigen Dokumentarfilm die Geschichte und die Zukunftsperspektiven des Stadtviertels Rout Lëns kennen.

Ein einzigartiges Erbe

Die Turbinenhalle

 

An Industriestandorten von dieser Größenordnung ermöglichten die Turbinen die Erzeugung der für die Stahlindustrietätigkeit benötigten Energie. Die 1901 errichtete Turbinenhalle ist die Galionsfigur des Standorts. Ihre Baustruktur und ihre Fassaden sind von hohem architektonischem Interesse.

Das Geschäft TT

 

Das im 20. Jahrhundert erbaute Geschäft bot alle Arten von Materialien, sowohl für den Betrieb als auch für die Mitarbeiter. Auch eine Brasserie befand sich in ihm. Seine Ausmaße mit 3 Etagen und seine von Pilastern gegliederten Fassaden sind ohne Zweifel von architektonischem, kulturerbebezogenem und historischem Interesse.

Die Gebläsehalle 

 

Eine Gebläsemaschine ist das Element eines Hochofens, das die für seine Funktion notwendige Verbrennungsluft liefert. Durch die äußerst typisierte Architektur der im 20. Jahrhundert errichteten Gebläsehalle wird diese zu einem starken Symbol des Standorts. 

Das Stellwerk

 

Ein Schienennetz verband „Lentille Terres-Rouges“ mit den Fabriken von Esch-Belval und Esch-Schifflange. Die Züge, die den Standort bedienten, wurden durch das aus dem 20. Jahrhundert stammenden Stellwerk geleitet. Aufgrund seiner bemerkenswerten Form hat dieses Stellwerk gleich mehrere Spitznamen erhalten, darunter „U-Boot“ oder auch „Pilz“.